Schnarchtherapie

Endlich wieder erholsam Schlafen

Beim Schlafen entspannt sich die Muskulatur, dadurch fällt der Unterkiefer zurück und es kommt zu einer Verengung des Rachenraumes. Dies hat zur Folge, dass die Atemluft mit einer erhöhten Geschwindigkeit angesaugt wird – das Schnarchgeräusch entsteht nun durch ein Flattern des hinteren Gaumenanteils („weicher Gaumen“) im Luftstrom.

Eine speziell angefertigte Schnarchschiene, die nachts getragen wird, verhindert ein Zurückfallen des Unterkiefers und somit werden die Atemwege freigehalten.

Warum ist eine Schnarchtherapie wichtig?

Nicht nur Partner leiden unter dem eigenen Schnarchen, am meisten leidet die eigene Gesundheit. Es kann zu Atemaussetzern und mangelnder Sauerstoffversorgung des gesamten Körpers kommen – die Tiefschlafphasen sind somit gestört und ein erholsamer Schlaf bleibt meist aus.

Häufige Fragen zur Schnarchtherapie und Schnarchschiene

In der kieferorthopädischen Schnarchtherapie werden Schnarchen und bestimmte Formen der Schlafapnoe mit individuell angefertigten Zahnschienen behandelt. Diese sogenannten Schnarch- oder Protrusionsschienen halten den Unterkiefer im Schlaf leicht nach vorne und verhindern so, dass der Rachenraum zu stark verengt wird. Dadurch wird der Luftstrom stabilisiert, das Flattern des weichen Gaumens reduziert und das Schnarchen oft deutlich gemindert oder ganz ausgeschaltet.

Beim Schlafen entspannt sich die Muskulatur im Mund- und Rachenraum, der Unterkiefer kann nach hinten sinken und der Rachenbereich wird enger. Strömt die Atemluft dann mit höherer Geschwindigkeit durch die verengte Passage, beginnen weiche Gewebestrukturen wie der hintere Gaumen im Luftstrom zu flattern – das typische Schnarchgeräusch entsteht. Kommt es zusätzlich zu Atemaussetzern, spricht man von Schlafapnoe, die die Sauerstoffversorgung und Schlafqualität deutlich beeinträchtigen kann.

Eine Schnarchschiene ist eine individuell angepasste Zahnschiene, die nachts auf Ober- und Unterkiefer getragen wird. Über ein spezielles Gelenk- oder Schienensystem hält sie den Unterkiefer leicht nach vorne positioniert, wodurch sich der Raum hinter der Zunge vergrößert und die oberen Atemwege freier bleiben. So sinken Unterkiefer und Zunge nicht mehr so weit nach hinten, der Luftstrom wird ruhiger und Schnarchgeräusche sowie Atemaussetzer können deutlich reduziert werden.

Eine Schnarchschiene eignet sich vor allem bei einfachem Schnarchen und bei leichter bis mittelgradiger obstruktiver Schlafapnoe, bei der die Atemwege im Rachenbereich kollabieren. Voraussetzung ist ein ausreichend fester Zahnhalteapparat und ein geeignetes Kiefer- und Bissverhältnis. Bei schweren Formen der Schlafapnoe, zentralnervösen Atemstörungen oder ausgeprägten internistischen Erkrankungen sind andere Therapien (z. B. CPAP-Maske) notwendig. Deshalb ist eine genaue ärztliche Diagnostik – idealerweise im Schlaflabor – vor Beginn der Behandlung wichtig.

Zu Beginn steht ein ausführliches Gespräch über Schnarchverhalten, Schlafqualität, Vorerkrankungen und eventuell bereits vorliegende Schlaflaborbefunde. Anschließend untersuchen wir Kiefergelenke, Zähne, Bisslage und die Platzverhältnisse im Rachenraum und fertigen Abdrücke oder digitale Scans an. Auf dieser Grundlage wird Ihre Schnarchschiene individuell hergestellt, angepasst und bei Bedarf feinjustiert. In regelmäßigen Kontrollterminen prüfen wir Sitz, Tragekomfort und Wirkung, um die Therapie optimal einzustellen.

Wenn neben dem Schnarchen Symptome wie Atemaussetzer, Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen oder Bluthochdruck auftreten, sollte die Ursache unbedingt internistisch oder in einem Schlaflabor abgeklärt werden. Dort wird festgestellt, ob eine obstruktive Schlafapnoe vorliegt und wie schwer diese ist. Die Ergebnisse helfen zu entscheiden, ob eine Schnarchschiene eine geeignete Therapieoption ist oder andere Behandlungsformen im Vordergrund stehen sollten. In vielen Fällen arbeiten wir hierfür eng mit Hausärzten, HNO-Ärzten oder Schlafmedizinern zusammen.

Wie bei jeder neuen Schiene braucht es meistens einige Nächte, bis sich Kiefer, Muskulatur und Zunge an das Tragen gewöhnt haben. Anfangs können ein leichtes Spannungsgefühl im Kiefer, vermehrter Speichelfluss oder ein ungewohntes Mundgefühl auftreten, die in der Regel nach kurzer Zeit deutlich nachlassen. Eine sorgfältige Anpassung und regelmäßige Kontrollen sind wichtig, damit die Schiene komfortabel sitzt und dauerhaft gut akzeptiert wird. Viele Patienten berichten, dass sie nach der Eingewöhnungsphase deutlich ruhiger schlafen und sich tagsüber fitter fühlen.

Die Kostenübernahme hängt von der Diagnose und der jeweiligen Versicherung ab. Bei nachgewiesener obstruktiver Schlafapnoe können private Krankenversicherungen oder bestimmte Zusatzversicherungen die Schienentherapie ganz oder teilweise erstatten. Die gesetzlichen Krankenkassen sehen bei Schlafapnoe in der Regel zunächst eine Behandlung mit einer Überdruckmaske (CPAP) vor und übernehmen Schnarchschienen nur in Ausnahmefällen. Reines „soziales“ Schnarchen ohne medizinisch relevante Apnoe wird meist als Privatleistung eingestuft. Wir erstellen Ihnen einen transparenten Heil- und Kostenplan und unterstützen Sie bei Fragen zur Erstattung.

Innenansicht der Praxis der Augsburger Kieferorthopäden
Online Buchen

Termin

buchen Sie Ihren Termin per Email